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Der Start unserer Segel-Reise rückt näher
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Durch das Smålandsfahrwasser… oder auch nicht
12. – 20. August 2025 Rødvig – Klintholm – Stubbekøbing – Gedser – Burgtiefe – Grömitz Am Dienstag, den 12. August 25, begrüßen uns die aufgehende Sonne zur einen und der untergehende Mond zur anderen Blickrichtung. Beides etwas von Schleierwolken verdeckt. Irgendwie ein wenig mystisch. Leider ist mal wieder mit wenig bis keinem Wind zu rechnen. Doch in den nächsten Tagen soll sich die Wetterlage ändern: Ostwind ist vorhergesagt. Erst natürlich wieder mal reichlich (zu) viel, aber dann schwächt er sich auf ein angenehmes Maß ab. Das ist dann unser Wind ins Smålandsfahrwasser, das große Seitengewässer des Großen Belts (auf dem unteren Foto rot eingekringelt). Es ist umgeben von den großen dänischen Inseln Seeland, Lolland, Falster und Møn. In diesem meist nur 10m flachen Gewässer liegen verschiedene kleine Inseln, von denen wir evtl. noch die eine oder andere besuchen werden. Nicht alle haben Häfen, die für uns tief genug sind. Mal schauen, wohin uns der Wind führt. Wir verlassen Rødvig mit einem wehmütigen Blick gen aufgehende Sonne und sehen in entgegengesetzter Richtung den noch recht vollen Mond langsam am Himmel verblassen… alles ist so friedlich. Erst einmal motoren wir gemächlich unserem nächsten Ziel entgegen: Klintholm. Dort waren wir vor einigen Wochen schon einmal und nun werden wir sehen, ob es in den Häfen wirklich etwas ruhiger und leerer wird. Klintholm ist dafür ein guter Indikator, da es ein beliebter Absprunghafen nach Schweden – in Richtung Ystad – oder eben in den Norden – nach Kopenhagen und den Öresund – ist… oder auch wieder von dort zurück. Unterwegs nutzen wir die Zeit für etwas Buchhaltung, Stricken, Blog schreiben… was man halt so macht, wenn der Autopilot brav den Kurs hält. Am Himmel zeigen sich fantastische Wattewolken und schweben träge in geschwungenen Reihen dahin, verlieren sich langsam am Horizont, während ihr Licht- und Schattenspiel unseren Blick in ihren Bann zieht. Die Wolken spiegeln sich sanft im ruhigen Wasser und vollenden die Stimmung zwischen Sonne und Mond, zwischen Aufbruch und Ankommen. Wir passieren natürlich auch wieder die Kreidefelsen von Møns Klint, diesmal in der Sonne. Das ist auch das Zeichen, um uns langsam auf das Einlaufen in den Hafen vorzubereiten: Fender an der Reling befestigen – aber nicht außen Bords hängen, damit sie nicht zwischen den Dalben hängenbleiben! – und die Achter- und Vorleinen entsprechend klarieren. Vorleinen werden klariert… übrigens gekleidet im Strickprojekt „Sommer 24“ Als wir Klintholm erreichen, ist gaaanz viel Platz im Hafen. Das ändert sich im Laufe des Nachmittags, doch es wird – gefühlt – nicht ganz so voll, wie vor drei Wochen. Und als wir grad festgemacht haben, legt sich „Marilyn“ neben uns – unser netter Bug-zu-Bug-Nachbar aus Skanör. Er lag hier im Hafen schon eine Nacht längsseits an einem Steg, doch jetzt sind Boxen frei und er wechselt lieber. Und dann sehen wir das Paradebeispiel für völlige Ahnungslosigkeit. Was sich vor unseren Augen abspielt, könnte direkt aus dem Buch „Seemannschaft, Handbuch für den Yachtsport“ stammen… als Negativbeispiel. Ein winziges Segelboot, das kaum größer als ein Beiboot ist, manövriert
Den Öresund wieder südwärts
04. – 11. August 2025 Helsingør – Rungsted – Dragør – Skanör – Rødvig Am Montag, den 04. August 25, scheint die Sonne in voller Pracht und schickt ihre wärmenden Strahlen durch die Decksluke bis auf mein Gesicht. So wird man doch gerne aus dem Schlaf geholt. Doch dann folgt das traurige Erwachen… die Sonne hat wohl nur im Traum golden durch das Luk geblinzelt. Eine wage Erinnerung an vergangene Sommertage. Der Morgen hüllt sich in graue Wolken. Nun gut… das kennen wir schon. Aber immerhin stürmt es nicht mehr. Und es regnet auch grad nicht. Wir sind ja schon mit wenig zufrieden und es bleibt die Hoffnung auf den Moment, in dem das Grau aufreißt. Unser Längsseits-Nebenlieger macht sich fertig zum Ablegen und wir tun es ihm gleich. Schnell noch den Dieseltank füllen – die Bunkerstation/Tankstelle ist hier völlig problemlos anzusteuern – und auf geht es in Richtung Süden. Bis zum Nachmittag soll es einigermaßen trocken bleiben und auch der Wind soll erst später am Tage wieder auf eine unangenehme Stärke anschwellen. Wir nutzen also die Vormittagsstunden und segeln bis nach Rungsted, einem recht großen Hafen etwa 20km nördlich von Kopenhagen. Hier sind wir in der Vergangenheit immer dran vorbeigesegelt, da er einfach zu nah an anderen von uns angelaufenen Häfen liegt. Doch heute ist die Chance. Schon nach gut 10sm sind wir am Ziel und finden einen Liegeplatz direkt vor dem Clubhaus des „Kongelig Dansk Yachtclub“ (Königlich Dänischer Yachtclub). Den freien Liegeplatz hatte ich schon auf einer Hafen-WebCam gesehen und gehofft, dass wir ihn auch bekommen. Hat geklappt! Vor uns liegt eine Swan 56, ein Edel-Segelschiff… wo sind wir hier denn hingeraten? Beim Umschauen sehen wir viele große Segel- und Motorschiffe. Vermutlich hängt das mit der Nähe zu Kopenhagen zusammen… hier scheint Geld zu sein. Dafür ist die Liegeplatzgebühr aber moderat und im guten Vergleich zu anderen Häfen. Es wird viel geboten und das ist auch gut so, denn hier werden wir wohl mindestens drei Tage auf weniger Wind warten. Viele Shops, die unterschiedlichsten Restaurants, ein großer Schiffsausstatter, ein Museum… alles, was das Herz begehrt. Und auch die Nutzung von Waschmaschine und Trockner ist bezahlbar – und der Weg dorthin auch angenehm kurz. Doch auch Edelyachten sind nicht vor Unfällen gefeit: letzte Nacht (bevor wir hier eingelaufen sind) ist ein 16m-Motorschiff abgebrannt. Glücklicherweise war niemand an Bord. Einige in der Nähe liegende Schiffseigner – geweckt durch Geräusche, Brandgeruch und ungewohnte Hitze – haben sich noch verlegen können, sodaß bei denen außer Ruß und zu warm gewordenen Fendern keine großen Schäden zu beklagen sind. Jetzt wird das verschmutzte Löschwasser aus dem Brandopfer gepumpt und gehofft, dass das Schiff nicht doch noch auf Tiefe geht. Wir werden das die nächsten Tage beobachten. Erstmal aber einkaufen, Wäsche waschen und ein wenig umschauen. Das Wetter hat glücklicherweise den Wetterbericht gehört und so bläst der Wind, wie erwartet. Kein Fender quietscht oder muss heftig Druck aushalten, denn wir werden gut von unserem Steg weggedrückt. So wollten wir das. Doch am Abend ungewohntes rucken.
Im Öresund zwischen Dänemark und Schweden
26. Juli – 03. August 2025 Rødvig – Dragør – Malmö – Helsingør Am Morgen (Sonntag, 27. Juli 2025) steht unser Nebenlieger pünktlich um 07.20 Uhr an Deck, bereit zum Ablegen. Und er hat Glück: just vor einigen Minuten ist ein für ihn passender Boxen-Platz frei geworden und so kann er sich einfach verlegen… und dann vielleicht nochmal schlafen legen. Immerhin ist Sonntag. Wir legen ab und unseren Kurs an, müssen aber die Segel leider eingepackt lassen – kaum Wind, und der auch noch von achtern. Wir kommen wieder an einer Kreidefelsenküste vorbei – den beeindruckenden Klippen von Stevns Klint. Sie sind zwar bei weitem nicht so hoch, wie die Klippen von Möns Klingt (die bei Klintholm, die ja leider nur ohne Sonne zu sehen waren), aber deutlich länger – und in der Sonne! Und sie sind eine der bedeutendsten naturhistorischen Stätten der Welt, denn sie zeigen die Folgen des Chicxulub-Meteoriteneinschlags – sagt jedenfalls Wikipedia – der das Ende der Dinosaurierzeit markiert. Dies hat Stevns Klint sogar den Status UNESCO-Weltkulturerbe eingebracht. Auf einer Klippe sehen wir die alte Kirche von Højerup, die sich standhaft gegen den Absturz wehrt. Bei ihrem Bau im 12. Jahrhundert stand sie noch gut 50m von den Klippen entfernt, doch die anhaltende Erosion nagt unablässig an der Steilküste und macht auch vor einem Kirchengebäude nicht halt. 1928 stürzte der Chor ins Meer, woraufhin die Reste der Kirche untermauert wurden. Gottesdienste wurden allerdings schon seit 1910 hier nicht mehr abgehalten. Der Sage nach soll sich die Kirche in jeder Weihnachtsnacht einen Hahnenschritt weiter ins Landesinnere hineinschieben, doch der Hahn und seine Schritte sind wohl zu klein. Irgendwann wird sie in der Ostsee versinken. Bald verschwindet die Steilküste am Horizont und ganz entfernt taucht die Öresundbrücke am anderen Horizont auf. Wir müssen allerdings nicht unter der Brücke drunter her, sondern biegen vorher in den Hafen von Dragør ab. Diese kleine Stadt mit urgemütlichem altem und gut erhaltenem Stadtkern besuchen wir immer wieder gerne, weil sie einfach so hübsch und gemütlich ist. Für Kopenhagener ist sie ein beliebtes Naherholungsgebiet, was zur Folge hat, dass hier inzwischen die höchsten Grundstückspreise in ganz Dänemark gezahlt werden. Im Hafen haben wir wieder Glück und finden einen genialen Liegeplatz mit herrlichem Blick… auf den Hafen, die Öresundbrücke und den markanten alten Lotsenturm. Und ganz entfernt sieht man die Flugzeuge nach Kastrup, dem Flughafen Kopenhagens, einschweben. Ein kurzer Gang durch die nähere Umgebung muss heute genügen – wir wollen morgen noch bleiben, dann wandern wir auch weiter. Heute erstmal nur zum (elektrischen) Hafenmeister – Liegegebühr zahlen ist ein notwendiges Übel – dann zur örtlichen Räucherei und natürlich zur Eisdiele. Mmmh, wie lecker! An dieser seit 1921 bestehenden Eismanufaktur kann man einfach nicht vorbeigehen. Leider kommen wir bei unserem Rundgang auch an der örtlichen Werft vorbei, von der wir uns zwei neue Schäkel erhofft haben. Ein Schild am Eingang sagt: Ferien bis zum 11. August. Nun gut, dann morgen halt den echten Hafenmeister um Rat fragen. Der Morgen beschert uns herrlichen Sonnenschein und wir machen
Endlich auf zum Törn
18. – 26. Juli 2025 – Grömitz – Kühlungsborn – Gedser – Klintholm – Rødvig Wir sind auf Törn… unserer ersten längeren Segelreise in diesem Jahr. Wenn wir nicht für 2025 eh „tingeln durch die nähere Umgebung“ geplant hätten, wäre das ganz schön frustrierend. Doch so sind wir froh, überhaupt endlich unterwegs sein zu können. Nach einigen letzten Vorbereitungen an Bord – frische Lebensmittel einkaufen, die Wassertanks füllen, von Freunden verabschieden – können wir nun erleichtert die Leinen loswerfen. Der Kurs nach Kühlungsborn ist abgesteckt. Wind ist kaum, daher richten wir uns darauf ein, noch ein wenig unter Maschine fahren zu müssen. Nicht so schlimm, die hat ja jetzt keine Aussetzer mehr! Doch was ist jetzt plötzlich los? Kaum ist der Autopilot eingeschaltet und soll zu einem bestimmten Wegepunkt steuern, fährt unser Schiff Zickzack. Und zwar so, dass man bei dem hin und her beinahe seekrank wird. 🤢 Jetzt doch wohl nicht schon wieder etwas kaputt? Auf der Strecke zurück von der Werft hat doch alles funktioniert. Was ist jetzt anders als auf jener Etappe? Wir haben wohl kurz nach dem Ablegen gesehen, dass unsere Logge nichts anzeigt. Das passiert schon mal nach einer längeren Liegezeit im Hafen. Ohne Fahrt durchs Wasser suchen sich Seepocken gerne einen ruhigen Platz am Schiff, und das gerne an den kleinen Rädchen der Logge. Wenn die Pocken (kleine Muscheln) dann groß genug gewachsen sind, kann sich dieses Rädchen nicht mehr drehen und zeigt dann eben nichts mehr an. Normalerweise ruckelt sich die Logge nach einigen Metern frei… doch heute offensichtlich nicht. So was blödes. Wir drehen um und fahren wieder in den Hafen. Die Logge ausbauen machen wir lieber am sicheren Liegeplatz, denn wir wollen ja nicht unser Schiff versenken. Die Logge muss aus dem Rumpf entfernt, gereinigt und wieder eingebaut werden. Dabei blubbert dann schon einiges Wasser ins Schiff⛲️ Wenn man den Blindstopfen bzw. die gereinigte Logge dann nicht schnell wieder dicht einsetzen kann, wird man doch etwas nervös. Und das Wasser blubbert derweil weiter ins Schiff. Zurück im vertrauten Hafen ist die Arbeit dann schnell erledigt und das Loch im Rumpf auch wieder dicht. Doch zum erneut losfahren ist es uns jetzt zu spät. Wir genießen lieber einen verspäteten Frühschoppen mit Segelfreunden – Gruß an Jutta und Christian – und hoffen, dass wir die Ursache für das Zickzack auch wirklich behoben haben. Morgen soll eh mehr Wind sein! die Logge sitzt ordentlich fest, aber alles geht gut Am nächsten Morgen, Samstag, der 19. Juli, starten wir etwas früher. Falls die Logge nicht die Ursache war, wollen wir Zeit für weitere Ursachenforschung haben. Doch nicht nötig: der Autopilot tut, was er soll, und hält schön gerade den vorgegebenen Kurs. Die Freude darüber, dass endlich alles funktioniert, ist kaum zu beschreiben – das vertraute Schaukeln, das Plätschern der Wellen und die sanfte Brise lassen den holprigen Törnstart schnell verblassen. Mit frischem Elan nehmen wir Kurs auf lange nicht angesteuerte Ufer und genießen jede Meile, die uns unserem ersten Zielhafen näherbringt. Es ist herrlich, endlich
Endlich geht’s los… mit der Reparatur
Man glaubt es kaum… wir sind mit unserem Schiff unterwegs. Zumindest erstmal nach Großenbrode, um endlich die notwendige Reparatur durchführen zu lassen. Immerhin sind nach 7 Wochen Wartezeit die Ersatzteile eingetroffen. Und da sich der Getriebefehler dadurch zeigt, dass plötzlich die Maschine in Leerlauf geht – was beim Ab- und Anlegen natürlich besonders blöd ist – begleitet uns unser Segelfreund André. Er besetzt quasi die Position „Maschinentelegraph“ unter Deck am Motor. Ausgestattet mit einem Headset und damit in guter Audio-Verbindung zu Kalli wird er beim Anlegen (bei Ausfall des Getriebes) die von Kalli am Ruder angeforderten Aktionen („wenig Gas vorwärts“… „wenig Gas rückwärts“… „Gang raus“…) am Motor per Handschaltung ausführen. Manch einer kennt das vielleicht aus früheren Zeiten: auf der Kommandobrücke wird am Maschinentelegraphen eingestellt, was der Kapitän gerne hätte, im Maschinenraum wird das dann an einem ähnlichen Gerät angezeigt, dann aber manuell ausgeführt. Dies machen wir eben heute – ganz modern – über Sprechfunk. Ich kann die Position leider nicht besetzen, da ich mich beim Anlegen ja um das Leinenmanagement kümmern muss. Vor dem Start zeigt sich das Wetter nicht sehr einladend: dunkle Wolken jagen über den Himmel, verfolgt von noch dunkleren Regenwolken. Zwischendurch ganz kurz ein Sonnenstrahl. Na bitte, so hätten wir das gerne. Da für den späten Nachmittag auch noch Gewitter angesagt sind, machen wir uns zeitig auf den Weg. Nach kurzer Einweisung an André in Maschine und Headset legen wir ab. Nachdem wir den Hafen ohne Probleme bzw. Getriebeausfall verlassen haben, darf André mit ins Cockpit 😉 und das Segeln an der frischen Luft genießen. Wir lassen den Motor allerdings mitlaufen. Erstens, um möglichst schnell und unbedingt vor dem Gewitter am Zielhafen anzukommen und zweitens, um dem Motor nach der langen Ruhepause etwas Bewegung zu gönnen. Leider hat das ungewohnt laute Motorgeräusche zur Folge, denn die gut schallisolierende Motorabdeckung ist natürlich nicht an ihrem gewohnten Platz, da man sonst im Notfall nicht schnell an den Motor kommt. Wir kommen gut voran. Bei raumem Wind (etwas schräg von hinten) schieben uns Segel und mitlaufende Wellen zügig unserem Ziel entgegen. Der uns bekannte Fehlerkobold 🤡 schlägt dreimal zu: plötzlich Gang raus und Vortrieb weg. Er läßt sich aber ohne das Eingreifen von André beheben – immerhin… also alles beim Alten. Die dunklen Wolken regnen sich glücklicherweise über Land ab, sodass wir eine trockene Überfahrt genießen. Zur Einfahrt in den Hafen besetzt André wieder seinen Posten „Maschinentelegraph“ unter Deck, um im Notfall schnell eingreifen zu können. Wir kommen gut an den uns zugewiesenen Liegeplatz vor dem Werftgebäude – ohne Ausfall! Wäre André nicht dabei gewesen, hätte es bestimmt einen Ausfall gegeben. Das ist wie mit dem Regenschirm: hat man einen dabei, regnet es (meist) nicht. Der örtliche Hafenmeister hat uns schon erwartet, denn die Werft hatte uns angekündigt. Seine Dienstzeit beginnt an einem Sonntag zwar erst deutlich nach unserer Ankunft, er hilft aber gerne, uns in die äußerste Hafenecke und damit möglichst dicht zur Werfthalle zu bugsieren. Kaum sind alle Leinen fest, platzt den dunklen Wolken der Kragen: es schüttet heftig und ausdauernd 🌧️🌧️💦.
Das große Warten auf die Reparatur
Falls jemand auf MarineTraffic gesucht hat und uns immer nur in Grömitz findet: hat alles seine Richtigkeit – leider. Unser Sende-Signal funktioniert noch, wir bewegen uns halt nur nicht von der Stelle. 🤷♀️ Und es ist immerhin Mitte Juni! Hier jetzt mal ein kurzer Zwischenbericht – aber immer noch nichts vom segeln. Wir warten – seit Mitte Mai – sehnsüchtig auf die Lieferung der Ersatzteile für die Reparatur unserer Motor- und Getriebesteuerung. Und das zieht sich…leider. Wir nutzen die Zeit für die eine oder andere Fahrt nach Hause, um Freunde zu treffen und bei unserer örtlichen Spargelwirtschaft das leckere weiße Gemüse zu genießen. Danach sind wir aber wieder einige Zeit an Bord und bewohnen „Pilgrim“ halt als Feriendomizil. Und nutzen die Zeit zum Aufräumen, umräumen, lesen, stricken, das Wetter genießen… Halt stopp! Hier hat sich ein Fehler eingeschlichen. Das Wetter ist nämlich weit davon entfernt, von frühlingshaftem Wonnemonat Mai sprechen zu können. Stattdessen böiger Wind, viel Regen… sehr viel Regen☔️⛈️… und eher kühle Temperaturen. Dieses windige, ungemütliche und unbeständige Wetter ist nicht dazu angetan, eine entspannte Segelzeit zu genießen. Wir bedauern unsere Segelfreunde „Skrållan Anders“ und „Jane Doe“, die aktuell – leider ohne uns 😢 – auf Törn sind. Sie müssen sich mit zeitweise recht ungemütlichem Wetter arrangieren. Trotz der isseligen Bedingungen hätten wir sie aber gerne einige Etappen begleitet. Schade schade. Aber jammern hilft nun nicht. Doch warum dauert die Lieferung so lange? Wenn man im Internet auf den entsprechenden Firmenseiten nachliest, sind unsere gewünschten Ersatzteile alle lieferbar. Doch warum kommen sie dann nicht? Kallis Unmut führt dazu, dass er sich bis zur Deutschlandvertretung von Vetus, dem niederländischen Hersteller der von uns gewünschten elektronischen Steuerung, durchtelefoniert. Dabei stellt sich leider heraus, dass alles seine – wenn auch unbefriedigende – Richtigkeit hat. Zwischenzeitlich hatten wir nämlich schon die Schuld für die Verzögerung bei unserer Werft verortet: war vielleicht bei der Bestellung irgendetwas schiefgelaufen? Doch nein: Vetus Niederlande hat schlichtweg im letzten Jahr groß gebaut und nach dem Umzug in den neuen Hauptsitz seine Logistikkapazitäten verdoppelt. Dabei wurden auch neue Motor-Testbereiche geschaffen, Firmenteile zusammengelegt, die EDV modernisiert und es musste umsortiert und die Logistik und Lieferabläufe neu geordnet werden. Das dauert nun mal einige Zeit. Und leider hängen sie immer noch mit Auslieferungen hinterher. Wir haben schlichtweg zum ungünstigen Zeitpunkt Reparaturbedarf. Die Teile sind aber am Lager! Immerhin. Unsere Werft trifft keine Schuld (hatten wir auch nicht wirklich geglaubt). Also sind wir guter Hoffnung, dass dieses unleidliche Kapitel Anfang Juli (!) endlich ein gutes Ende findet und wir wenigstens ab dann auf Segeltörn gehen können. Ein Gutes hat die Wartezeit wenigstens: wir haben Zeit, um uns um den Verkauf unseres lange nicht genutzten Spinnakerbaums zu kümmern. Einen richtigen Spinnaker haben wir garnicht an Bord, da uns das Handling mit zwei Personen zu aufregend ist. Und zum Ausbaumen unseres Vorsegels – einer Selbstwendefock – ist der Baum doch etwas lang. So haben wir ihn schon einige Zeit an Bord spazieren gefahren, wobei er, montiert an der Reling, irgendwie immer im Wege war. Nun haben wir einen netten






