Der Start unserer Segel-Reise rückt näher

22. April – 10. Mai 2026 : Grömitz – Großenbrode – Grömitz Ein Hinweis vorab: unser Warmwasserboiler ist doch nicht dicht… aber dazu später mehr. Nach mehreren Fahrten zwischen zu Hause und unserem Heimathafen an der Ostsee haben wir endlich alles, von dem wir meinen, dass wir es an Bord benötigen, wieder an seinem Platz 🤔🙄. Sommerkleidung ist an Bord und auch Lebensmittel und Getränke sind eingebunkert, damit wir nicht gleich im ersten fremden Hafen einkaufen gehen müssen. Und natürlich hat eine neue Kaffeemaschine ihren Dienst aufgenommen. Da wir uns vor längerer Zeit einen genau zu unserer (jetzt defekten und entsorgten) Kaffeemaschine passenden Regalboden in der Pantry (= Küche) haben anfertigen lassen, hatten wir uns vorsichtshalber damals eine zweite, identische Kaffeemaschine gekauft. Diese hat bisher im Keller auf ihren Einsatz gewartet… jetzt ist es soweit. Bei den immer wieder neuen Modellen wäre sonst vielleicht eine Änderung des Regals notwendig geworden. Nee nee… lieber vorbereitet sein. Während der ersten Tage an Bord kann ich auch einem meiner Hobbys reichlich Zeit widmen, denn zum Segeln ist es uns einfach noch etwas zu ungemütlich kalt und an manchen Tag auch zu windig. Ein laues Frühlingslüftchen läßt aktuell noch auf sich warten und so rufen unsere Inventarlisten nach mir, werden kontrolliert, aktualisiert und ergänzt. Ich betätige mich quasi als Sherlock Holmes des Stauraums, denn ich weiß immer gerne ganz genau, was wie oft an welcher Stelle liegt, ob es bleiben darf, von Bord muss oder ob vielleicht etwas fehlt 🕵️‍♀️😬. Jeder hat halt seine Macke. Stricken kommt später🤗. Doch dann passt alles: nachdem an einem Tag ein kalter Westwind mit gut 7-8 Beaufort über die Lübecker Bucht hinwegrauscht, ist das Wetter am nächsten Tag wie ausgewechselt. Ein angenehmer 3er Wind lockt uns aus dem Hafen raus aufs Wasser. Schnell werden die Segel gesetzt und schon gleiten wir auf dem ruhigen Wasser dahin. Nichts ist mehr zu spüren von dem ungemütlich böigen Wind vom Vortag. Sanfter Wellengang beschert uns eine entspannte Zeit. Die Segel stehen perfekt. Heute ist es herrlich! Und wir glauben es kaum… Wind und Wetter fügen sich: mit einem sanften Dreher weht der Wind genauso, dass wir problemlos Kurs auf die Seegräber von Mutti und Vati und unserem Segelfreund Hans nehmen können. Kein mühsames aufkreuzen und Zick-Zack-Kurs zum Ziel. Es fühlt sich an, als würde uns die Natur den Weg weisen. Danke! An den verschiedenen Positionen unserer Lieben angekommen verdünnen wir für jeden das Ostseewasser ein wenig mit dem jeweiligen Lieblingsgetränk – die Fische mögen es entschuldigen. „Prost, und gebt weiterhin gut auf uns acht.“ An den nächsten Tagen müssen wir noch einige neue Zubehör- und Ersatzteile bestellen und bekommen diese dank des guten Services von SVB (= Spezialversand für Yacht- und Bootszubehör, https://www.svb.de) auch zeitnah nach Hause bzw. nach Grömitz ins Yachthafenbüro geliefert.  Was uns allerdings an Bord schon einige Tage stutzen läßt, ist die Tatsache, dass unsere Frischwasserpumpe immer mal kurz anspringt. Und das nicht nur, wenn Wasser gezapft wird. Seltsam… seltsam 🤔 Wir führen das zuerst auf einen etwas undichten Wasserhahn im Bad zurück.

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Die Segel-Saison 2026 startet… endlich

Februar – März – 07.-13. April 2026 Großenbrode – Grömitz Die Reiseplanungen schreiten voran, wobei Plan und Wirklichkeit beim Segeln ja nicht immer genau übereinander passen. Uns reizt immer wieder aufs Neue die schwedische Ostküste mit ihren unzähligen Schären, doch auch die Ålands und die Turku-Schären bzw. die Inselwelt vor Helsinki hören wir nach uns rufen. Diesen Teil der finnischen Küste haben wir 2022 während unserer langen Reise in den Norden etwas rechts liegen lassen, doch sie sind es unbedingt wert, bereist zu werden. Oder nochmal Höga Kusten? Wir werden sehen… Um uns mental schon mal auf’s Einwassern vorzubereiten, unternehmen wir im Februar und an zwei Wochenenden im März jeweils einen Kurztrip nach Grömitz bzw. Großenbrode.  Wir nutzen die Zeit nicht nur, um nach unserem Schiff und der Erledigung der anstehenden Winterarbeiten zu schauen, sondern auch, um uns mit Segelfreunden zu treffen.  Wie schön, endlich wieder Ostseeluft zu schnuppern. Das Eis, welches die Häfen der Ostsee Mitte Februar noch ungewohnt fest im Griff hatte, ist Mitte März aufgetaut, sodass unserem Krantermin am 08. April wohl nichts im Wege steht. Das sah im Februar noch ganz anders aus (nachfolgende Fotos). Jetzt im März schreiten die Werftarbeiten gut voran. Wir hatten einiges auf dem Zettel. Zur Erinnerung: es gab Scheuerstellen am Unterwasserschiff, deren Herkunft wir uns nicht erklären konnten. Nichtsdestotrotz müssen sie beseitigt und der gerade erst im letzten Winter komplett neu aufgebaute Unterwasseranstrich ausgebessert werden. Blöd… aber hilft nicht. Und auch unser Warmwasserboiler bedarf einer Inspektion: er scheint etwas verkalkt, was bei der regelmäßigen Nutzung auch nicht weiter verwunderlich ist. Also wird er ausgebaut – was ziemlich fummelig ist – mit Zitronensäure entkalkt und wieder eingebaut. Immerhin werden so auch alle Anschlüsse auf Kalkablagerungen kontrolliert. Die Frage, die wir uns später stellen: sind auch alle Verbindungen wieder dicht? Wir können berichten: sie sind.  Alles geht gut voran, die Werft arbeitet gewohnt ordentlich und wir können bei unserem letzten Besuch schon mal die auf den Polstern ausgebreiteten Schutzlaken und die über den Winter aufgestellten Entfeuchter einpacken und mit nach Hause nehmen. Gut eine Woche wird es auch ohne gehen. Zu Hause stapeln sich inzwischen Taschen mit Segelkleidung, welche wieder an Bord muss. Und auch Kisten mit Schiffszubehör füllen sich so langsam, denn Fernglas, Logbuch, Drohne, Strickzeug etc. und einige neue Kleinigkeiten sind über den Winter nicht an Bord geblieben… aber jetzt muss alles wieder hin. Natürlich müssen auch diverse Seekarten und Hafenhandbücher für unser angedachtes Ziel wieder an Bord. Man gut, dass wir ein großes Auto haben. Und dann ist es so weit: am Dienstag, den 07. April haben wir uns für eine Nacht in einem netten Hotel in Großenbrode eingebucht, damit wir zum Einwassen bloß pünktlich da sind.  Die Werftmitarbeiter sind natürlich immer froh, wenn die Schiffs-Eigner nicht mit blöden Sprüchen und guten Ideen ihre Arbeitsabläufe stören, doch wir stehen halt gerne in der Nähe dumm rum und schauen ihnen bei der Arbeit zu… und geben – als kleine Entschuldigung – Nervennahrung für die Werft-Mannschaft ab: zwei große Dosen Haribo-Konfekt. Das

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Saisonabschluss 2025

16.09. – 25.09 2025 Grömitz – Großenbrode Nun ist es soweit… es sind für uns die letzten Tage an der Ostsee angebrochen. Nach einigen schönen Tagen beim Familientreffen mit Cousinen und Vettern in der Eifel sind wir wieder voller Tatendrang zurück an Bord. Das Betreten unseres schwimmenden Zuhauses entpuppt sich allerdings als garnicht so einfach, denn der erste Herbststurm zieht über uns hinweg. Während die Nordsee mit stürmischem Westwind das Hochwasser organisiert, entscheidet die Ostsee sich für die Sparversion – Niedrigwasser deluxe! Mit 10 Bft pustet der Wind über die Lübecker Bucht und drückt das Wasser aus ihr heraus, sodass unser Schiff plötzlich einen Meter tiefer als normal am Liegeplatz schwimmt. Da ist es dann schon eine Herausforderung, an Bord zu kommen. Da wir solche Wasserkapriolen bei ordentlich Wind schon kennen, machen wir unsere Pilgrim stets mit ausreichend langen Vor- und Achterleinen fest – Wasser-Schwankungs-Management in Perfektion. Schließlich soll sich das Schiff nicht aufhängen. Soweit… so gut. Dabei dürfen die Leinen natürlich nicht so lang sein, dass das Schiff ggf. einen Ausflug zum Nachbarn oder an den Steg macht. Aber wir machen das ja schon eine Weile… und unser Freund Mathias, der zufällig im Hafen ist, schaut mal nach dem Rechten: alles im Lot, die Leinen sitzen wie angegossen! Und nun heißt es: Mut zur Lücke bzw. zum Spalt zwischen Steg und Schiff… wir wollen an Bord. Man muss schon – in die Hocke gehend und weit vorgebeugt – einen beherzten großen Schritt in die Tiefe machen und dabei tunlichst weder das Schiff mit dem Fuß noch den Bugkorb mit den Händen verfehlen. Nur Mut… normalerweise klappt das. Falls nicht, gibt es als Trostpreis ein unfreiwilliges Bad im Hafenwasser. Also einfach Augen zu – bildlich gesprochen, nicht in echt! – und durch. Klappt tatsächlich! Das spätere wieder von Bord kommen ist dann fast noch etwas abenteuerlicher: erst auf dem Tritt am Bugkorb balancieren, gut am Vorstag festhalten, und dann ein gewagter schwungvoller Schritt in die Höhe. Bei den immer wieder durchziehenden Schauern ist der Steg etwas glatt und beim Schwung zum Hochsteigen darf man nicht mit dem Popo auf dem glitschigen Steg landen. Aber auch das haben wir (wieder mal) überlebt. Im Laufe der nächsten (nächtlichen) Stunden – die wir sanft schaukelnd in der Koje verbringen – beruhigt sich der Sturm und das Wasser kommt langsam zurück. Am nächsten Morgen ist unser Deck schon fast wieder auf gleicher Höhe wie der Steg. So soll das sein. Doch mit dem Segeln, wie erhofft, wird es wohl erstmal nichts: immer noch Wind aus Südwest in Stärke 6-7 Beaufort. Die unangenehmen Böen und der eine oder andere Regenschauer sind eher dazu angetan, es sich unter Deck gemütlich zu machen. Oder sich mit Freunden zu treffen. Oder mal einen Ausflug zu machen.  „Henning-Tours“ (unser Freund Mathias und sein Groß-Neffe Sebastian) haben einen Zoobesuch im Angebot. Zoo in Grömitz? … man glaubt es kaum. Auf 10 Hektar Fläche, fast im Zentrum von Grömitz, gibt es tatsächlich einen Zoo, und das schon seit 1976 – inzwischen

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Noch ein wenig Lübecker Bucht

24.08. – 03.09.2025 Grömitz Die nächsten Tage in Grömitz vergehen wie im Flug: es stürmt ordentlich. Aber wenigstens läßt sich die Sonne zwischen den umhereilenden Wolken immer mal blicken. Doch der Wind sorgt für Abkühlung und wir müssen schon wieder zur Jacke greifen. Schade.   Zwei Tage nach unserer Ankunft werden die neuen Batterien für das Bugstrahlruder geliefert und eingebaut. Warum müssen diese Dinger eigentlich immer so schrecklich schwer sein? Egal, ob randvoll geladen oder leer 🧐 … sie werden einfach nicht leichter. Energie scheint nichts zu wiegen 😉. Gerade beim Herausheben aus dem engen Fach im Vorschiff muss sich Michael, der dies netterweise für Kalli erledigt (für Kalli mit seinem Rücken wäre das überhaupt nix 😖), ordentlich quälen. 31kg sind schon ne Nummer. Und das auch gleich zwei Mal 🥵 Aber es hilft nichts – Zähne zusammenbeißen, verrenken und hoffen, dass der Rücken hält. Dann noch schnell die Batterien anschließen, die Schutzkisten verschließen, alle Sicherungen rein… dann kommt der spannende Augenblick: das Bewegen des Schalthebels am Steuerstand bringt das Bugstrahlruder kräftig zum Brummen und zaubert ein zufriedenes Lächeln auf das Gesicht des Skippers. Kalli ist glücklich… „Kann ich es noch einmal brummen lassen?“ … fast wie ein Kind, mit einem neuen Spielzeug, steht Kalli am Bedienhebel. Und jetzt im Nachhinein hört man auch deutlich, dass sich das Ende der Batterien schon seit längerem angekündigt hat. Doch wenn jeden Tag das Brumm-Geräusch nur ein gaaanz wenig anders ist als am Vortag, bekommt man die Veränderung einfach nicht mit. Doch nun klingt es wieder deutlich energischer. Jetzt muss sich nur noch die Windlage für uns günstig entwickeln, dann können wir noch etwas unterwegs sein. Halt Stopp: vorher noch zu einer Haus-Einweihungsparty in der Nähe von Grömitz. Da hatten wir uns schon zu Reisebeginn abgemeldet, doch jetzt sind wir ja da… und gehen natürlich gerne hin. Und dann plötzlich, wie aus heiterem Himmel, überkommt mich ein schrecklicher Anfall. Ein Putzanfall, wie er im Buche steht. Da hilft keine Medizin… ich muss einfach warten, bis er wieder vorbei ist und in der Zwischenzeit kräftig Wasserschlauch, Putzschwamm und Bürste schwingen. Das Teakdeck bekommt endlich mal wieder eine wohlverdiente Reinigung. Kalli kennt diese Anfälle. Einfach gewähren lassen und am besten aus dem Weg gehen. Das funktioniert am sichersten, wenn man einfach das Schiff verläßt. Und so wandert Kalli mit unseren Fendern zum Hafenmeister, um sie mit zusätzlicher Luft zu versorgen. Beim Durchzählen melden sage und schreibe 15 (!) Fender Ansprüche an und so muss Kalli mehrfach gehen. Und auch der Kleinste – nur zum Abfendern unseres an der Reling montierten Elektro-Außenborders im Einsatz – wird befüllt. Und das ist noch nicht alles: im Anschluss werden sie auch noch geputzt! Drei Tage lang wird geschrubbt, was das Zeug hält – Segelwind ist eh keiner. Flaute aus allen Richtungen🤷‍♀️. Glücklicherweise finde ich rechtzeitig in den Tiefen unserer Putzmittelkiste noch einen Satz Knieschoner, sonst wäre die Aktion bestimmt mit mehr Blessuren als nur zwei aufgescheuerten Zehen ausgegangen. Am Ende glänzt das Schiff fast wie frisch vom Stapel gelassen.

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Durch das Smålandsfahrwasser… oder auch nicht

12. – 20. August 2025 Rødvig – Klintholm – Stubbekøbing – Gedser – Burgtiefe – Grömitz Am Dienstag, den 12. August 25, begrüßen uns die aufgehende Sonne zur einen und der untergehende Mond zur anderen Blickrichtung. Beides etwas von Schleierwolken verdeckt. Irgendwie ein wenig mystisch. Leider ist mal wieder mit wenig bis keinem Wind zu rechnen. Doch in den nächsten Tagen soll sich die Wetterlage ändern: Ostwind ist vorhergesagt. Erst natürlich wieder mal reichlich (zu) viel, aber dann schwächt er sich auf ein angenehmes Maß ab. Das ist dann unser Wind ins Smålandsfahrwasser, das große Seitengewässer des Großen Belts (auf dem unteren Foto rot eingekringelt). Es ist umgeben von den großen dänischen Inseln Seeland, Lolland, Falster und Møn. In diesem meist nur 10m flachen Gewässer liegen verschiedene kleine Inseln, von denen wir evtl. noch die eine oder andere besuchen werden. Nicht alle haben Häfen, die für uns tief genug sind. Mal schauen, wohin uns der Wind führt. Wir verlassen Rødvig mit einem wehmütigen Blick gen aufgehende Sonne und sehen in entgegengesetzter Richtung den noch recht vollen Mond langsam am Himmel verblassen… alles ist so friedlich. Erst einmal motoren wir gemächlich unserem nächsten Ziel entgegen: Klintholm. Dort waren wir vor einigen Wochen schon einmal und nun werden wir sehen, ob es in den Häfen wirklich etwas ruhiger und leerer wird. Klintholm ist dafür ein guter Indikator, da es ein beliebter Absprunghafen nach Schweden – in Richtung Ystad – oder eben in den Norden – nach Kopenhagen und den Öresund – ist… oder auch wieder von dort zurück. Unterwegs nutzen wir die Zeit für etwas Buchhaltung, Stricken, Blog schreiben… was man halt so macht, wenn der Autopilot brav den Kurs hält. Am Himmel zeigen sich fantastische Wattewolken und schweben träge in geschwungenen Reihen dahin, verlieren sich langsam am Horizont, während ihr Licht- und Schattenspiel unseren Blick in ihren Bann zieht. Die Wolken spiegeln sich sanft im ruhigen Wasser und vollenden die Stimmung zwischen Sonne und Mond, zwischen Aufbruch und Ankommen. Wir passieren natürlich auch wieder die Kreidefelsen von Møns Klint, diesmal in der Sonne. Das ist auch das Zeichen, um uns langsam auf das Einlaufen in den Hafen vorzubereiten: Fender an der Reling befestigen – aber nicht außen Bords hängen, damit sie nicht zwischen den Dalben hängenbleiben! – und die Achter- und Vorleinen entsprechend klarieren. Vorleinen werden klariert… übrigens gekleidet im Strickprojekt „Sommer 24“ Als wir Klintholm erreichen, ist gaaanz viel Platz im Hafen. Das ändert sich im Laufe des Nachmittags, doch es wird – gefühlt – nicht ganz so voll, wie vor drei Wochen. Und als wir grad festgemacht haben, legt sich „Marilyn“ neben uns – unser netter Bug-zu-Bug-Nachbar aus Skanör. Er lag hier im Hafen schon eine Nacht längsseits an einem Steg, doch jetzt sind Boxen frei und er wechselt lieber. Und dann sehen wir das Paradebeispiel für völlige Ahnungslosigkeit. Was sich vor unseren Augen abspielt, könnte direkt aus dem Buch „Seemannschaft, Handbuch für den Yachtsport“ stammen… als Negativbeispiel. Ein winziges Segelboot, das kaum größer als ein Beiboot ist, manövriert

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Den Öresund wieder südwärts

04. – 11. August 2025 Helsingør – Rungsted – Dragør – Skanör – Rødvig Am Montag, den 04. August 25, scheint die Sonne in voller Pracht und schickt ihre wärmenden Strahlen durch die Decksluke bis auf mein Gesicht. So wird man doch gerne aus dem Schlaf geholt. Doch dann folgt das traurige Erwachen… die Sonne hat wohl nur im Traum golden durch das Luk geblinzelt. Eine wage Erinnerung an vergangene Sommertage. Der Morgen hüllt sich in graue Wolken. Nun gut… das kennen wir schon. Aber immerhin stürmt es nicht mehr. Und es regnet auch grad nicht. Wir sind ja schon mit wenig zufrieden und es bleibt die Hoffnung auf den Moment, in dem das Grau aufreißt. Unser Längsseits-Nebenlieger macht sich fertig zum Ablegen und wir tun es ihm gleich. Schnell noch den Dieseltank füllen – die Bunkerstation/Tankstelle ist hier völlig problemlos anzusteuern – und auf geht es in Richtung Süden. Bis zum Nachmittag soll es einigermaßen trocken bleiben und auch der Wind soll erst später am Tage wieder auf eine unangenehme Stärke anschwellen. Wir nutzen also die Vormittagsstunden und segeln bis nach Rungsted, einem recht großen Hafen etwa 20km nördlich von Kopenhagen. Hier sind wir in der Vergangenheit immer dran vorbeigesegelt, da er einfach zu nah an anderen von uns angelaufenen Häfen liegt. Doch heute ist die Chance. Schon nach gut 10sm sind wir am Ziel und finden einen Liegeplatz direkt vor dem Clubhaus des „Kongelig Dansk Yachtclub“ (Königlich Dänischer Yachtclub). Den freien Liegeplatz hatte ich schon auf einer Hafen-WebCam gesehen und gehofft, dass wir ihn auch bekommen. Hat geklappt! Vor uns liegt eine Swan 56, ein Edel-Segelschiff… wo sind wir hier denn hingeraten? Beim Umschauen sehen wir viele große Segel- und Motorschiffe. Vermutlich hängt das mit der Nähe zu Kopenhagen zusammen… hier scheint Geld zu sein. Dafür ist die Liegeplatzgebühr aber moderat und im guten Vergleich zu anderen Häfen. Es wird viel geboten und das ist auch gut so, denn hier werden wir wohl mindestens drei Tage auf weniger Wind warten. Viele Shops, die unterschiedlichsten Restaurants, ein großer Schiffsausstatter, ein Museum… alles, was das Herz begehrt. Und auch die Nutzung von Waschmaschine und Trockner ist bezahlbar – und der Weg dorthin auch angenehm kurz. Doch auch Edelyachten sind nicht vor Unfällen gefeit: letzte Nacht (bevor wir hier eingelaufen sind) ist ein 16m-Motorschiff abgebrannt. Glücklicherweise war niemand an Bord. Einige in der Nähe liegende Schiffseigner – geweckt durch Geräusche, Brandgeruch und ungewohnte Hitze – haben sich noch verlegen können, sodaß bei denen außer Ruß und zu warm gewordenen Fendern keine großen Schäden zu beklagen sind. Jetzt wird das verschmutzte Löschwasser aus dem Brandopfer gepumpt und gehofft, dass das Schiff nicht doch noch auf Tiefe geht. Wir werden das die nächsten Tage beobachten. Erstmal aber einkaufen, Wäsche waschen und ein wenig umschauen. Das Wetter hat glücklicherweise den Wetterbericht gehört und so bläst der Wind, wie erwartet. Kein Fender quietscht oder muss heftig Druck aushalten, denn wir werden gut von unserem Steg weggedrückt. So wollten wir das. Doch am Abend ungewohntes rucken.

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